Horns050506De

Patentanwalt Axel Horns warnt vor einer Einheitsfront gegen das Patentsystem

[ Patentnachrichten ]


Axel Horns, ein Patentanwalt und Patentaktivist, sieht in einem Beitrag in seinem Blog das Patentsystem von einer Einheitsfront von Patentgegnern herausgefordert. FFII e.V, Attac und Greenpeace werden auf gleicher Ebene als Gegner des Patentsystems bzw. von Schutzrechten insgesamt dargestellt.

Axel Horns schreibt (übersetzt):

http://www.ipjur.com/2005/05/attac-and-formation-of-unified-anti-ip.php3

Üble Nachrede -- S. Uhlmann

"Since long it is an open secret that, although they seem to act independently from each other, the various grassroots groups of anti-patent campaigners like FFII e.V., Greenpeace, or Attac are tied together by a maybe vague but existing common commitment to a utopia of a world substantially free of Intellectual Property rights."

Es ist erstaunlich wieviel üble Nachrede Herr Horns in diesem einen Satz unterbringen konnte.

Es ist schade, dass Herr Horns solche oberflächlichen Diskreditierungsversuche nötig hat.

Offenlegung des "gemeinsamen Bandes" -- A. Rebentisch

1. reaktive Antwort auf Vorgänge,

2. die von den gleichen Gruppen im Patentwesen eingesteuert wurden,

3. die auf eine Ausweitung von Patentrechten in neue Bereiche zielen.

4. Alle genannten sind zivilgesellschaftliche Akteure unterschiedlicher politischer Provinienz, die gewisse Interessen ihrer Mitglieder und Unterstützer repräsentieren und einbringen. In einer pluralistischen Gesellschaft ist eine solche zivilgesellschaftliche Interessenvertretung unverzichtbar. Im Gegensatz zu Aktivismus aus dem Patentwesen selbst, erfüllen diese Gruppen ihre zuständige Rolle bei der öffentlichen Meinungsbildung, während viele Interessenvertretungen der Patentanwälte oder auch der geschätzte Herr Horns ein Pferd repräsentieren, das Rodeo mit seinem Reiter spielt. Die starken wirtschaftlichen Interessen der Patentanwälte werden gerne kaschiert, indem sich Patentanwälte auf ihre Rolle als Vermittler berufen. Im politischen Prozess werden von diesen Interessengruppen fremde "wirtschaftliche Interessen" zur Argumentation bemüht. Genau genommen haben Patentanwälte keine besondere Kompetenz sich zu Fragen des normativen Patentrechtes zu äußern. Grundsätzlich versagt das Patentwesen, seine zugedachte Rolle als neutrale Beratungsinstanz in Wirkungsberatungen normativen Patentrechtes zu erfüllen.

Gleiche Agenda?

Es gibt keine gemeinsame Agenda, aber mitunter ein gemeinsames Interesse an Themen.

Was ist das Besondere am FFII?

Gegen Patentrecht?

Patentrecht ist ein Anreizsystem, dessen Anwendung als Intervention in die Freiheit des Marktes wirtschaftlich gerechtfertigt werden muss. Die Beweislast obliegt nicht demjenigen, der das Patentsystem in einem bestimmten Bereich ablehnt. Es ist erforderlich diese Debatte insgesamt dem Patentwesen zu entreißen, und Ausbildungsmängel der Patentanwälte in Sachen normativer Grundlagen des Patentsystems anzugehen. Die branchentypische Vermischung von positivrechtlicher Betrachtung und normativrechtlicher Betrachtung ist usus bei Patentanwälten, was diese Personen als Politikberater disqualifiziert.

Ad hominem

Axel Horns ist eine guter Beobachter der Entwicklungen im Patentrecht und eine qualitativ hohe Informationsquelle. Als Blogger ist er methodisch uns verwandt. Es wäre schön, wenn er solche Attacken unterlassen könnte, die er aus dem Gefühl einer Unterlegenheit seiner ihm nahestehenden Interessengruppen speist. Diese Interessengruppen haben viel Kredit durch Unwahrheiten verspielt. Er sollte es als guter Beobachter der Szene besser wissen, wofür der FFII und wofür andere Gruppen stehen. Platte Anschuldigungen gegen den FFII e.v., der FFII e.V. vertrete eine sozialromantische Schiene zur Ablehnung von Schutzrechten insgesamt, entbehren jeder Grundlage. Es ist durchaus legitim sich für eine "Utopie frei von geistigen Eigentumsrechten" einzusetzen, wenn man das für richtig hält. Vom FFII sind mir dergleichen Positionen nicht bekannt.

Weitere Kommentare

Zoobab

s/free of Intellectual Property rights/free of software patents

is much more precise. FFII and others do not want to get rid of patents for ABS systems for example.

Karl-Friedrich Lenz

Horns setzt die Forderung nach Grenzen des Patentwesens mit Opposition zum Patentwesen gleich.

Dies ist ein unehrlicher rhetorischer Trick. Natürlich weiß Horns, dass der FFII sich keineswegs gegen das Patentwesen wendet. Es wäre erfreulich, wenn derartige Desinformation unterbleiben könnte. Zu erwarten ist dies allerdings leider wohl kaum.

In der Tat ist es genau umgekehrt. Die Forderung nach grenzenloser Patentierbarkeit ist die wirkliche Antipatentkampagne. Wenn diese Forderung sich durchsetzt, bedeutet das eine unkontrollierte Explosion des Systems. Normalerweise bemüht man sich, Explosionen zu vermeiden, wenn einem an der Erhaltung eines Gegenstandes gelegen ist.

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