2004-08-04 DE München verschiebt Linux-Ausschreibung wegen Patentrisiken, OB kritisiert EU-Rat
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Original-Meldungen
FFII-Position zu dieser Aktion siehe Stellungnahme von Hartmut Pilch weiter unten auf dieser Seite.
Medien-Echo
2004-08-06 TAZ Patent für Popelkram
2004-08-04 DE Handelsblatt: München & Linux S.1 - Softwarepatente sind Gefahr für Freie Software
dito Wirtschaftswoche
2004-08-04 DE Handelsblatt: München & Linux S.2 - Risiken durch Softwarepatente befürchtet
dito Wirtschaftswoche
de.internet.com: München hält an Linux fest Bürgermeister ruft auf, in Patentfragen auf EU und nationale Regierungen einzuwirken
DPA: München hält trotz umstrittenem Patentrecht an Linux fest
sueddeutsche.de: München legt Linux-Projekt vorerst auf Eis - Wien steigt ein
ZDF-Heute: Ude: München hält an Linux-Projekt fest (beschönigt Rolle der Bundesregierung und Gegensatz zum Europäischen Parlaments im Ratsbeschluss)
Chip-online: Patente - München legt Linux-Projekt vorerst auf Eis
Informationweek.de: Patente nur ein Vorwand, München kriegt Linuxmigration nicht in Griff
Linux-Verband: Politiker und Großunternehmen müssen jetzt Farbe bekennen de.internet.com II:
Heise I: München legt Linux-Projekt wegen der Softwarepatente vorerst auf Eis
Heise II: Münchener Aussetzung der Linux-Migration sorgt für Unruhe (Kommentare von Tauss)
Heise III: Münchner Linux-Patentängste: Eigentor oder notwendige Zuspitzung?
Golem II: LiMux - Diskussion um Software-Patente spitzt sich zu
Golem III: Münchner Oberbürgermeister: Wir halten an Linux fest
Kommentare
Die heutigen Meldungen gehen nicht auf FFII-Initiativen zurück. Ich erfuhr davon erst aus der Presse.
Ich halte jedoch das Vorgehen der Münchener Behörden für wohlbegründet und die davon teilweise ausgelösten Irritationen und Spekulationen für unverständlich.
Wenn Frau Zypries und ihr Ministerium sich in der EU durchsetzen, kann die Münchener Stadtverwaltung wegen Patentverletzung verklagt werden. Wenn hingegen die Bundesregierung der Vorlage des Europäischen Parlamentes zustimmt, ist Münchens EDV vor Patenten sicher. Es hat bereits in den letzten Jahren in Schweden und England Fälle gegeben, wo Behörden gegen rechtswidrig erteilte Softwarepatente gerichtlich vorgehen mussten, um sich den nötigen Freiraum für ihre normale Arbeit zu erkämpfen. Jede verantwortungsvoll handelnde Behörde muss solche Risiken im voraus kalkulieren und hierfür soweit möglich Versicherungen abschließen. Eine Klarstellung der Rechtslage im Sinne des EU-Parlaments wird das Risiko auf Null senken, bei Befolgung der Linie des Rates ist hingegen mit Versicherungsprämien zu rechnen, die laut Schätzung von OSRM in die Zehn- oder Hunderttausende EUR pro Jahr gehen könnten. Dies ist in München umso mehr der Fall, als die Stadtverwaltung auf der Basis Freier Software kleine und mittlere Unternehmen als Lösungslieferanten beauftragen will. Solche Unternehmen können, anders als IBM und Microsoft, die Stadtverwaltung nicht gegen die Patentrisiken absichern. Nicht nur München hat es bislang versäumt, diese Risiken in seine Kostenkalkulationen einzubeziehen. Andere Gemeinden und auch der Bund sollten sich ein Vorbild am Vorgehen des Münchener Amtes für Datenverarbeitung nehmen. Betroffen sind, wie man an den Beispielen in Schweden und England sehen konnte, bei weitem nicht nur diejenigen, die auf Linux umsteigen wollen.
Alien-X1 -- anti-swpat Troll: Hr.Schröders Sorgen sind vermutlich vor allem die Arbeitsplätze - und dabei beruft er sich anscheinend auf die "Kompetenz" der Industrie-Bosse (z.B. Hr.Pierer/Siemens, etc.). (wobei auch Siemens schon längst vor Micro$oft kapituliert hat - aber: soll diese Kapitulation auf "staatlicher Ebene" fortgesetzt werden ?!! ) Wahrscheinlich kann Hr.Schröder selber (als Jurist) gar nicht abschätzen bzw. beurteilen, was SW-Patente bedeuten, - gilt auch für Fr.Zypries(weisungsgebundene Mitläuferin von Hr.Schröder?), welche nicht nur keine Ahnung hat, sondern diesbezüglich offenbar auch jegliches "ernsthafte Interesse" fehlt.. -> die Beauftragung des Wirtschaftsministeriums (z.B. Umfrage) kann durchaus (auch) positiv gesehen werden, aber wahrscheinlich wird das Thema (sowohl in der Politik als auch in der Öffentlichkeit) nach wie vor leider "unterschätzt"...
