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Hannover-Messe im Zeichen der Softwarepatente

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Die Auseinandersetzung um die geplante EU-Richtlinie "über die Patentierbarkeit computer-implementierter Erfindungen" hat die Hannover-Messe erreicht. Verbände der Großindustrie und des Mittelstandes und weitere Aussteller und Akteure machen aus sehr unterschiedlicher Sicht auf das Thema aufmerksam.

Neues & Chronik

Presseerklärung

Die HANNOVER MESSE gilt als das jährliche Schaustück der Innovationskraft des deutschen Industrie. Mehr als 70% der Arbeitsplätze stellt in den meisten Branchen der Mittelstand. Ein Schlüssel für die Stärke deutscher Unternehmer ist das im Ganzen sichere rechtliche Umfeld. Auf diesem Horizont ziehen jedoch Wolken auf.

Dr. Heiner Flocke, Vorsitzender des [10]Patentverein e.V. stellt fest:

Sascha Frick von der Empros GmbH, einem Spezialisten für Software im Bereich der Industrie-Automation, berichtet von seiner Erfahrung mit Patenten bei einem Großprojekt zur Entwicklung einer neuen Generation von Maschinensteuerungssoftware:

Besonders heftig umkämpft ist die Frage ob Software-Lösungen, im Jargon des Europäischen Patentamtes seit 2000 auch "computer-implementierte Erfindungen" genannt, patentierbar sein sollen. Dr. Thomas Wünsche, Inhaber und Geschaeftsführer der EMS Dr. Thomas Wuensche, eines Unternehmens fuer Automatisierungstechnik und industrielle Kommunikation:

Bisherige Studien und Umfragen des Berliner Wirtschaftsministeriums bestätigen, dass Wünsche mit seiner Einschätzung nicht alleine ist. Bei einer am 4. April veröffentlichten Umfrage[2] beurteilen die 1214 teilnehmenden Unternehmen die Frage "Haben Softwarepatente beinträchtigende oder unterstützende Auswirkungen auf Ihre Programmiertätigkeit oder erwarten Sie solche?" sehr negativ: auf einer Skala von -3 bis +3 geben sie im Schnit -2.58 an. Eine Umfrage von 2000[2] findet ebenfalls ein negatives Meinungsbild und belegt darüber hinaus, dass in der "Sekundärbranche" (d.h. programmierenden Unternehmen der klassischen Industrien) das Interesse an Softwarepatenten ähnlich gering ist wie in der "Primärbranche".

Hartmut Pilch, Vorsitzender des FFII e.V., der 1400 Unternehmen in dieser Frage vertritt, erklärt:

Auf dem Stand des Bundesverbandes der Mittelständischen Wirtschaft (BVMW) auf der Hannover Messe Industrie in Halle 2 Stand D 15/2 liegt Informationmaterial (Plakat und Flyer) aus, welches auf gravierende Nachteile von Softwarepatenten für die mittelständische Wirtschaft hinweist.

Der Zentralverband für die Elektronische Industrie hingegen veranstaltet an seinem Stand am Dienstag nachmittag eine Pressekonferenz mit Botschaften im Sinne der Siemens-Position.

Ergänzende Dokumente

Kontakt

Über den FFII -- http://www.ffii.org

Der FFII ist ein in München eingetragener gemeinnütziger Verein für Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterstützt die Entwicklung öffentlicher Informationsgüter auf Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. Über 500 Mitglieder, 1200 Firmen und 80000 Unterstützer haben den FFII mit der Vertretung ihrer Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu Software-Eigentumsrechten beauftragt. Der FFII unterhält je ein ständig besetztes Büro in München und Brüssel sowie nationale Verbände und Unterstützergruppen in den meisten Ländern Europas. Der FFII ist Mitglied des Europäischen Dachverbandes der Verbände kleiner und mittlerer Unternehmen, CEA-PME.

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