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Zitate zum Thema Softwarepatente.

Ergaenzung zur statischen Zitate-Seite

Brad Smith (Generaljustiziar von Microsoft)

Unser Patentsystem wird mit neuen Patentanmeldungen überflutet und teils missbräuchliche Klagen nehmen explosionsartig zu.

Irving Wladawsky-Berger (VP Technology and Strategy, IBM)

Jeder Idiot kann ein Patent für etwas anmelden, das niemals patentiert werden sollte

Donald Knuth (2005)

Wenn Sie die Anstrengungen gegen die Einführung von Softwarepatenten aufrecht erhalten können, werden meiner Meinung nach eine Menge Leute aus Amerika nach Europa kommen. Wenn es, als ich an TeX gearbeitet habe, die selben Regelungen gegeben hätte, die es heute in den USA gibt, hätte ich diese Arbeit nie erfolgreich vollenden können.

Ich habe einige Anmerkungen dazu in meinem Buch gemacht – schlagen Sie im Index unter Patente nach. Das größte Problem ist die Trivialität. Da werden Dinge patentiert, die jeder Student in einer Klausur machen kann.

IBM/Seebach

SAP, Dr. Bernhard Runge

Dr. Bernhard Runge, Entwickler bei SAP AG und früherer Professor für Mathematik

Stephan Maus (Süddeutsche Zeitung)

"Und es ist eine Schande für die Europäische Union, dass sie beschließen will, dieser beispiellosen kollektiven Kulturleistung durch neue Softwarepatente den Garaus zu machen. Das ist, als hätte ein dummer Mittelaltertyrann Gutenbergs Druckerpresse eingeschmolzen.", 11.4.2005, Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/69/51018/4/

Wissenschaftler

Prof Broy, TU Muenchen

Das Zitat wurde von Oliver Bandel berichtet.

Manfred Broy ist Informatiker an der TU München. Das Zitat soll aus dem SS 1994 stammen (Kurs Informatik 2); so gefunden in der Dipl.-Arbeit von R. S. Engelschall. Soll wohl heissen, dass das Rechnen innerhalb abstrakter Modelle im allgemeinen keine so grosse Leistung ist wie die Erweiterung dieser Modelle durch Experimentieren mit Naturkraeften.

Übersetzung des Reback-Zitats

zu 1.) Informatiker, Programmierer und Ingenieure

Englischkenntnisse sind leider nicht so selbstverständlich, wie das in Informatikerkreisen oft angenommen wird. Deshalb hier der Versuch einer Übersetzung des Reback-Artikels. Im Vergleich zum Original geht für mein Empfinden leider einiges an Sprachgewalt verloren.

beigesteuert von Nico Erichsen [nico(punkt)erichsen(at)gmx.de] .

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"Meine eigene Einführung in die Realitäten des Patentsystems kam in den 1980er Jahren, als mein Mandant, Sun Microsystems - damals eine kleine Firma - von IBM einer Patentverletzung beschuldigt wurde. Unter Androhung eines massiven Gerichtsverfahrens verlangte IBM ein Meeting, um seine Ansprüche darzulegen. Vierzehn IBM-Anwälte und ihre Assistenten, alle in die obligaten blauen Anzüge gekleidet, drängten sich in den größten Konferenzraum, den Sun hatte.

Der oberste blaue Anzug dirigierte die Präsentation von sieben Patenten, die nach IBM's Behauptung verletzt wurden. Das prominenteste darunter war IBM's berüchtigtes "Fette-Linien-Patent": Um eine dünne Linie auf einem Computerbildschirm zu einer breite Linie zu machen, geht man von den Enden der dünnen Linie jeweils die gleiche Strecke aufwärts und abwärts und verbindet dann die vier Punkte. Sie haben diese Technik zur Umwandlung einer Linie in ein Rechteck vermutlich im Geometrieunterricht der siebten Klasse gelernt, und zweifellos glauben sie, sie sei von Euklid oder irgend so einem 3000 Jahre alten Denker erfunden worden. Die Prüfer der US-Patentbehörde waren anderer Ansicht und erteilten IBM ein Patent für das Verfahren.

Nach IBM's Präsentation kamen wir an die Reihe. Die Big-Blue-Truppe sah zu (ohne den leisesten Hauch einer Gefühlsregung), meine Kollegen -- von denen jeder einzelne sowohl einen technischen als auch juristischen Universitätsabschluss hatte -- gingen mit Stiften an die Tafel und illustrierten, sezierten und vernichteten systematisch IBM's angebliche Ansprüche. Wir benutzten Formulierungen wie "Sie machen wohl Witze" und "Sie sollten sich was schämen." Aber das IBM-Team zeigte keinerlei Betroffenheit, um nicht zu sagen: Gleichgültigkeit. Überzeugt trugen wir unsere Schlussfolgerung vor: Nur eines der sieben IBM-Patente würde von einem Gericht als gültig anerkannt werden, und kein rational denkendes Gericht würde zu der Auffassung kommen, das Suns Technologie dieses Patent verletzte.

Ein missliches Schweigen folgte. Die blauen Anzüge berieten sich nicht einmal untereinander. Sie saßen nur da, versteinert. Schließlich antwortete der oberste blaue Anzug. "OK," sagte er, "vielleicht verletzen sie diese sieben Patente nicht. Aber wir haben 10.000 US-Patente. Wollen Sie wirklich, dass wir nach Armonkin New York zurückgehen und sieben Patente finden, die Sie tatsächlich verletzen? Oder wollen Sie es sich das hier einfacher machen und uns einfach 20 Millionen Dollar zahlen?" Nach einem bescheidenen Bisschen an Verhandlung stellte Sun IBM einen Scheck aus, und die blauen Anzüge zogen weiter zur nächsten Firma auf Ihrer Abschussliste.

In Amerikas Wirtschaft wiederholen sich Beutezüge dieser Art jede Woche. Das Patent als Anreiz für Erfindungen hat schon lange Platz gemacht für das Patent als Instrument zum unverblümten Abwürgen von Innovation."

frei übersetzt nach: Gary L. Reback, 'Patently Absurd' http://www.forbes.com/asap/2002/0624/044.html

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